Bernd Müller

Ortsteilbürgermeister Aga Mitglied des Geraer Stadtrates


 
...für Gera und den Ortsteil Aga
mit den Orten Kleinaga, Großaga, Seligenstädt, Reichenbach und Lessen
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Neues Gera vom 07. Februar 2015

Er gehört zu den lang gedienten, beherrscht das kommunalpolitische Spiel, weiß sich öffentlich mit seiner Meinung zu artikulieren und wenn es sein muss, dann haut er auch einmal mit der Faust auf den Tisch. Seit 1990 trägt er politische Verantwortung für die Agaer und nach der Eingemeindung nach Gera 1994 für den Ortsteil Aga mit den Orten Kleinaga, Großaga, Lessen, Reichenbach und Seligenstädt.
18. Juni 1990, mit 31 Jahren Bürgermeister. „Damals gab es keine Direktwahlen für das Amt des Bürgermeisters, er wurde vom Gemeinderat gewählt. Die CDU konnte die meisten Stimmen auf sich vereinen, doch die Wahlsiegerin, Gabriele Graupner, wollte das Amt nicht annehmen. Demzufolge wurde auch ich gefragt, doch eher wurde es mir auferlegt, dass ich mich zur Verfügung stellen sollte. Mein ehemaliger Arbeitskollege, Roland Bernstein, hatte an der „Schraube" am meisten gedreht", erinnert sich Bernd Müller.
So mancher hört es wohl nicht gern, aber Bernd Müller meint: Jeder hat erst einmal das Recht zu meckern, auch ohne die Zusammenhänge zu kennen. Wichtig sei, ihnen zuzuhören, die Zusammenhänge rüber zu bringen, ihnen politische Entscheidungen zu erläutern. Kommunalpolitik darf nicht verkompliziert werden, das schafft Verdrossenheit. Mitreden und Mitgestalten. Sein Grundsatz: vom Volk für das Volk -Bürgernah und Heimatverbunden!
Die dabei gesammelten Erfahrungen seien unterschiedlich, sagt er, wohl wissend, allen Recht getan, ist eine Kunst die niemand kann. So weiß der gelernte Fahrzeugschlosser und heutige Betriebsleiter bei der Adelheid Meißner GmbH – Baustoffhandel, Transporte und Tiefbau in Gera längst die Balance zwischen Befürwortern und Kritikern zu halten.
Einer, der sich bis zum gesellschaftlichen Umbruch, wenn überhaupt, nur wenig um Politik gekümmert, und sich danach als „ungelernter" Einsteiger auf der kommunalpolitischen Bühne bis heute behauptet hat, der kann nicht alles falsch gemacht haben. Im Gegenteil. Der heute 56-Jährige zählt nicht zu denjenigen, die von sich behaupten, alles richtig gemacht zu haben.
Dennoch, aller Anfang war schwer: „Ich wusste nicht so recht, welche Last ich mir da aufgebürdet habe. Mein neuer Schreibtisch war voller alter, im Westen ja bereits bekannter, Gesetzbücher, die es hieß aufzuarbeiten. Der Kindergarten, die Schule, der Arzt, die Verwaltung für 150 Wohnungen, das Strandbad, die Feuerwehr...und dann kam auch täglich die Postfrau und brachte neue Anliegen, Bestimmungen und Probleme. Das Landratsamt Gera schickte uns für vier Tage nach Nürnberg zur Schulung. Hier erfuhren wir in Windeseile die wichtigsten Verwaltungsbereiche wie Bau, Haushalt, Friedhofswesen, Abfall usw.", lässt Bernd Müller noch einmal die ersten bewegten Monate an sich vorbeiziehen.
Die Bundeswehr suchte geeignete Wohnflächen. So wurde 1991 wurde mit dem Wohngebiet „Der Breite Schleifenacker" begonnen, eine der ersten Entscheidungen, die Bernd Müller zu treffen hatte. Zurückschauend, im Hinblick auf die demografische Entwicklung, war es eine gute Entscheidung den Bau der Wohnanlage „An der Froschweide" und das Wohngebiet „Der Breite Schleifenacker" zu veranlassen. Lag die Einwohnerzahl zur Wendezeit bei ca. 1180 so liegt sie heute bei ca. 1900. Als richtig erwies sich auch die Entscheidung für Singelwohnungen. Auch ältere Menschen zieht es aus der Stadt nach Aga, was auch wesentlich mit zum Erhalt und zur Belebung des Vereinslebens beiträgt.
„Bei all meinen getroffenen Entscheidungen und das von Anfang an, habe ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen, bin meinem Herzen gefolgt und das schlägt für unseren Ortsteil Aga", erzählt er. Bei so mancher seiner Entscheidungen folgte er auch Tips von Kommunalpolitikern aus den alten Bundesländern, die sich am Ende nicht als Besserwisserei, sondern als positiv für den Gestaltungsprozess in Aga erwiesen.
Bist zum gesellschaftlichen Umbruch stand die Region Aga für landwirtschaftliche Produktion. Wesentliches davon konnte mit der Bildung von Agrargenossenschaften erhalten und technisch modernisiert werden. Auch heute gehören sie zu den größten Arbeitgebern. Der Eichenhof, ein Vier-Seiten-Hof, wurde durch die Lebenshilfe saniert und modernisiert und ist heute der ständige Sitz für den Heimatverein. Hier befindet sich die Heimatstube, wo landwirtschaftliche Geräte wie alte Mähbinder zu sehen sind und dörfliches Wohnen von früher detailreich präsentiert wird. Initiiert von der Lebenshilfe verfügt Aga mit dem Biohof über das modernste Biogewächshaus Europas, ein wirklicher Imagegewinn für die nördliche Region von Gera.
Dass auch mit wenig Geld, nachhaltiges geschaffen werden kann, wenn man nur will, zeigen die in Angriff genommenen Bürgerprojekte. Dazu zählen die Straßenbeleuchtung in Kleinaga entlang der Reichenbacher Straße zwischen Sportplatz und Kindertagesstätte, die bevorstehende Fertigstellung der Straßenentwässerung in Seligenstädt sowie die geplante Instandsetzung des Fußweges am Hainteich in Reichenbach. Dabei zahlt sich eine enge Kooperation zwischen Verwaltung, Sponsoren und Bürgern aus.
Die Schadstoffdeponie in Seligenstädt wurde mit Unterstützung des Freistaates saniert und damit die früher unkontrollierte Entsorgung in die richtigen Bahnen geleitet.
Eines der derzeit heißen Eisen in der Diskussion der Bürgerschaft ist die Zukunft der Grundschule. Für Bernd Müller sei die Sache Schule längst noch nicht zu Ende gedacht. Auch der Zusicherung, dass nach der Schulschließung die Turnhalle weiter genutzt werden kann, begegnet er eher mit Skepsis. Hier sei nicht mit offenen Karten gespielt worden, kritisiert Bernd Müller die Festschreibung der Schulschließung im Schulentwicklungsplan und will sich nicht damit zufrieden geben, dass ein politischer Beschluss über die stetig wachsende Schülerzahl im Norden von Gera entscheidet.
Es gibt aber auch viel Angenehmes für einen Ortsteilbürgermeister. Dazu zählt unter anderem das ausgeprägte und traditionsreiche, breitgefächerte gesellige Leben im Ortsteil; mit der jährlichen Krönung der Agaer Kuchenfrau, dem Setzen des Maibaums in den einzelnen Orten, dem alljährlichen Feuerwehr- und Schützenfest sowie der Rassegeflügelausstellung.
Ganz wichtig für Bernd Müller war auch die Einweihung des Feuerwehrgerätehauses1997 mit dem dahinter liegendem Sportplatz. Die Außenplatzgestaltung wurde durch den SV Aga geregelt.
Die größte Stärke im Ortsteil Aga sieht Bernd Müller in der engagierten Gemeinschaft. „Trotz mancher kritischer Worte gibt es einen starken Zusammenhalt unter den Einwohnern. Gemeinsam kämpfen sie um ihren Heimatort", Worte, die ihn stolz werden lassen. Längst denkt Bernd Müller noch nicht ans Aufhören. Er will weiter kämpfen. Wichtig dafür ist, dass er seine Familie hinter sich weiß, und besonders dankbar ist er für das Verständnis seiner Frau für seine Arbeit.
Von Reinhard Schulze

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