Bernd Müller

Ortsteilbürgermeister Aga Mitglied des Geraer Stadtrates


 
...für den Ortsteil Aga
mit den Orten Kleinaga, Großaga, Seligenstädt, Reichenbach und Lessen
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Quelle: Ostthüringer Zeitung, 8. Juli 2025 Nr. 156, Seite 13, von Angelika Munteanu

Vor 35 Jahren wurde Bernd Müller zum Bürgermeister von Aga gewählt.
Seitdem „regiert“ er im heutigen Ortsteil von Gera. Das sind seine Erfahrungen im Ehrenamt

Zu seinem 35-jährigen Dienstjubiläum als ehrenamtlicher (Ortsteil-)Bürgermeister in Gera-Aga erhält Bernd Müller (links im Bild) Glückwünsche von Oberbürgermeister Kurt Dannenberg. (Foto Angelika Munteanu)

35-jähriges Dienstjubiläum als Ortsteil-Bürgermeister Bernd Mueller Foto von OTZ, MunteanuGera. Bernd Müller ist sichtlich gerührt, als er zur Einwohnerversammlung in Aga einen großen Präsentkorb vom Ortsteilrat und die Glückwünsche des Oberbürgermeisters Kurt Dannenberg (CDU) erhält. An jenem Tag ist es 35 Jahre her, dass Bernd Müller zum Bürgermeister von Aga gewählt wurde.

Später erzählt er im Gespräch mit unserer Redaktion: „Ich habe mich riesig gefreut, dass unser Ortsteilrat und der OB daran gedacht haben.“ Müller ist damit der dienstälteste (ehrenamtliche) Wahlbeamte in der Stadt und inzwischen auch einer der Dienstältesten in ganz Thüringen. Mittlerweile ist er 66 Jahre, „da fängt das Leben bekanntlich erst richtig an“, scherzt Müller. Tatsächlich wollte er sich schon vor mehr als einem Jahr allmählich aus der Kommunalpolitik zurückziehen. Aber irgendwie halte das Ehrenamt jetzt noch frisch.

Seinen Sitz im Stadtrat in der damaligen Fraktion der Liberalen hatte er Ende 2023 an eine Nachfolgerin abgegeben, die junge Anne Kathrin Hildebrand war für ihn nachgerückt. Zur Ortsteilbürgermeister- Wahl im Mai 2024 wollte er es dann doch noch einmal wissen. Aber nur, weil sich kein geeigneter jüngerer Bewerber für das Ehrenamt in dem großen Ortsteil gefunden habe, sagt Müller im Nachgang. Sonst hätte er vielleicht doch eine Gangart langsamer eingelegt.

In die Politik, um etwas fürs Dorf zu machen

Für Müller war die Kommunalpolitik vor 35 Jahren in der Wendezeit völliges Neuland. „Da bin ich völlig blind hineingerutscht“, berichtet er heute. Politische Erfahrungen hatte er damals nicht, schon gar nicht aus einer Wahlfunktion heraus. „Ich hab‘ mitgemacht, um etwas fürs Dorf zu machen“, sagt er. Gewählt wurde er in den Gemeinderat, aus dessen Kreis damals der Bürgermeister gewählt wurde. Wie viele habe er gleich nach der Wende gesagt: „Nicht bloß meckern, sondern mitmachen!“

Wie Bürgermeister geht, habe er sich damals von seinem Vater sagen lassen, der zuvor für einige Jahre das Amt innehatte. So hält es der hemdsärmelige Bernd Müller bis heute. „Leute mit Lebenserfahrung fragen: Wie denkst Du denn ...? - das kann nie schaden“, sagt er.

Jetzt, mit 35 Jahren eigener Erfahrung, falle ihm vieles im Ehrenamt jedoch leichter. Erfahrungen, die er wiederum gerne an jüngere Amtskollegen weitergibt, wie Peter Ochs im Nachbar-Ortsteil Hain-Wachholderbaum oder an Carsten Schlestein in Roben, der es als „Zugereister“ anfänglich nicht leicht gehabt habe.

Im Jahr 1994 wurde Aga mit weiteren Gemeinden aus dem ehemaligen Landkreis Gera in die Stadt eingemeindet. Der bisherige Bürgermeister Müller wurde zum Ortsteilbürgermeister gewählt. Ein Ehrenamt, das er ohne Unterbrechung nach mehreren zwischenzeitlichen Kommunalwahlen bis heute ununterbrochen bekleidet.

Er versteht sich in seinem Amt als „Kümmerer fürs Dorf“ und „Sprachrohr für die Agaer“, auch gegenüber dem Rathaus. Stellt zugleich aber heute fest, dass ein Ortsteil nicht allein agieren kann, so wie es für ihn wichtig wäre, sondern immer abhängig ist von der Gesamtstadt.

Die Eingemeindung vor nun über 30 Jahren liegt Müller schwer im Magen

Als ganz Aga vor zwei Jahren mit einer großen Festwoche die urkundliche Ersterwähnung vor 775 Jahren gefeiert hatte, fand Müller zur Beziehung von Stadt und Land und den Folgen der Eingemeindung in die Stadt Gera deutliche, kritische Worte. Nun stellt er fest, dass bei den Glückwünschen zu seinem 35-jährigen Amtsjubiläum dieser Teil der Geschichte ausgespart worden sei. „Sicherlich aus gutem Grund, man müsste ja sagen: 30 Jahre Wortbruch“, nimmt Müller kein Blatt vor den Mund.

Aus der Sicht des Ortsteilbürgermeisters „hat man sich bis heute an keine Verabredung gehalten. Mitspracherecht sieht anders aus.“ Man könne nur hoffen, dass irgendwann die Fehler der Gebietsreform behoben werden.

„Stadt und Land passen nicht zusammen. Dies zu glauben, war ein Fehler“, sagt Müller heute. Da geht es um desolate Straßen, die bis heute nicht instand gesetzt sind, wie die Straße der Freundschaft. Um Genehmigungen für Bauvorhaben. Und darum, dass der Ortsteil wie jeder andere von der Finanzlage der gesamten Stadt abhängig ist. Die war in den langen Jahren der Haushaltssicherung schlecht für ganz Gera und damit auch für Aga.

In Aga – das für ihn die Abkürzung ist für „Alles Ganz Anders“ – funktioniert das gemeinschaftliche Leben dennoch. „Dafür sind das Miteinander im Ort und die Unterstützung der Vereine ein wichtiger Baustein“, betont Müller. Und für ihn persönlich seien seine Frau und die Familie mit ihrem Verständnis eine wichtige Stütze.

 

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