Bernd Müller

Ortsteilbürgermeister Aga Mitglied des Geraer Stadtrates


 
...für Gera und den Ortsteil Aga
mit den Orten Kleinaga, Großaga, Seligenstädt, Reichenbach und Lessen
image
VITA
persönliche Angaben
image
Interview
Und plötzlich war ich Bürgermeister
image
Dafür stehe ich
bodenständig für unsere Heimat
Salient
image
Engagements
Funktionen + Vereine
image
Ihre Meinung
ist mir wichtig
Quelle Interview:
Blickpunkt Langenberg-Aga, Nr. 187, erschienen am 23. Juli 2010, Fanny Zölsmann

Seit 20 Jahren ist die Gemeinde Aga für Bernd Müller Chefsache

bernd-mueller_aga_01Bernd Müller wurde mit 31 Jahren Bürgermeister von Aga. Nachdem er selbst bis dato nur das sozialistische Leben der DDR kannte, überrannte ihn nicht nur privat die Macht des Kapitalismus und der Demokratie. Mit der politischen Wende zählte sein Hoheitsgebiet nicht mehr nur 800 Quadratmeter seines eigenen Gründstückes, sondern umfasst mit den Ortsteilen Kleinaga, Großaga, Lessen, Reichenbach und Seligenstädt 1,8 Quadratkilometer. Bis zur Eingemeindung 1994 war er hauptamtlicher Bürgermeister. Seit 20 Jahren ist er nicht nur politisch engagiert. Heute blickt er zurück auf 20 Jahre Ohnmacht, Erkenntnisse, Freude, Gemeinschaftsgefühl und ein Stück Lebensgeschichte. Was waren ihre persönlichen Motive für das Bürgermeisteramt zu kandidieren?
Damals gab es keine Direktwahlen für das Amt des Bürgermeisters, er wurde vom Gemeinderat gewählt. Die CDU konnte die meisten Stimmen auf sich vereinen, doch die Wahlsiegerin, Gabriele Graupner, wollte das Amt nicht annehmen. Demzufolge wurde auch ich gefragt, wohl mehr es wurde mir auferlegt, dass ich mich zur Verfügung stellen sollte. Mein ehemaliger Arbeitskollege, Roland Bernstein, hatte an der „Schraube" am meisten gedreht.

Gut, Sie hatten also kein konkretes Motiv. Doch als Sie dann das Bürgermeisteramt inne hatten, welches Gefühl hatten Sie dabei?
Es war schwierig, ich wusste nicht so recht, welche Last ich mir da aufgebürdet hab. Mein neuer Schreibtisch war voller alter, im Westen ja bereits bekannter, Gesetzbücher, die es hieß aufzuarbeiten. Der Kindergarten, die Schule, der Arzt, die Verwaltung für 150 Wohnungen, das Strandbad, die Feuerwehr...und dann kam auch täglich die Postfrau und brachte neue Anliegen, Bestimmungen und Probleme.

Nun wollten Sie vor der Wende rein gar nichts von der Politik wissen. Wie konnten Sie die erste Zeit des neuen Anfangs bewältigen?
Das Landratsamt Gera schickte uns für vier Tage nach Nürnberg zur Schulung. Hier erfuhren wir in Windeseile die wichtigsten Verwaltungsbereiche wie Bau, Haushalt, Friedhofswesen, Abfall usw.

Was war 1990 Ihr wichtigstes Vorhaben?
Das Vereinsleben wieder zu aktivieren, um so die Lebendigkeit im Ort zu garantieren. Doch während dieser Schulung wurde uns vermittelt, dass Gewerbegebiete und insbesondere Wohnflächen wichtige Einnahmequellen einer Gemeinde sind. Und so wurde mir auch bald eine erste wesentliche Entscheidung zu teil. Die Bundeswehr suchte geeignete Wohnflächen. Doch gerade für die Bevölkerung war es schwierig das Gewohnte aufzugeben, um dem Fremden Platz zu machen. Bereits 1991 wurde mit dem Wohngebiet "Der Breite Schleifenacker" in Kleinaga begonnen.

Wie hat sich die Gemeinde in den 20 Jahren entwickelt?
Aga hat sich prächtig entwickelt, sicher und das gibt es überall haben wir auch unsere Sorgen und Nöte und sind mit den momentanen Entscheidungen der Stadt nicht immer einverstanden. Doch haben die Agaer mit ihren zahlreichen Vereinen ein ausgeprägtes und traditionsreiches Leben. Wir ehren jedes Jahr die Agaer Kuchenfrau und setzen in jedem Ortsteil den Maibaum. Neben Feuerwehr- und Schützenfest gibt es auch eine jährliche Geflügelausstellung. Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Zudem konnten wir 1997 das Feuerwehrgerätehaus mit dahinter liegendem Sportplatz einweihen. Die Außenplatzgestaltung wurde durch den SV Aga geregelt. Zudem die Sanierung des Eichenhofes in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe, der nun Veranstaltungsort und ständiger Sitz des Heimatvereins ist. Des Weiteren haben wir es geschafft, das die Kita langfristig erhalten bleibt. Zurückschauend, im Hinblick auf die demografische Entwicklung war es eine gute Entscheidung den Bau der Wohnanlage „An der Froschweide" und das Wohngebiet „Der Breite Schleifenacker" zu veranlassen.

Worin sehen Sie das größte Problem Ihrer Gemeinde?
So wie überall gibt es auch hier ein paar Schandflecken, dazu gehören die Hofdomäne in Großaga und die sanierungsbedürftigen Häuser in der Forst- und Schulstraße. Doch die größten Sorgenkinder sind die zwei bekannten: die Schadstoffdeponie Seligenstädt und die drohende Grundschulschließung.

Welches wäre für Sie das größere Sorgenkind?
Wenn ich mich entscheiden müsste, dann wäre es die Schule. Denn nach der Wende wurde die Deponie saniert, eine Überwachung durch das LVA Weimar findet statt und engagierte Anwohner werfen immer ein Auge auf Anlage und Zufahrtstraßen.

Doch wenn die Schule schließt, dann stirbt ein Teil des Ortes. Zwar ist alles noch in der Schwebe, doch steht die Zukunft der Schule auf wackeligen Beinen. Aber auch hier erfahre ich hervorragende Unterstützung gerade durch unsere Vereine und aufgeben tun wir keinesfalls.

Worin sehen Sie die größte Stärke Ihrer Gemeinde?
In der engagierten Gemeinschaft. Trotz manch' kritischer Worte gibt es einen starken Zusammenhalt unter den Einwohnern. Gemeinsam kämpfen sie um ihren Heimatort.

Was ist ihr wichtigstes Vorhaben 2010 und wie sieht die Zukunft von Aga aus?
Das die Dorferneuerung weiter geht, dafür werde ich kämpfen. Und die Zukunft sieht wie im Privatleben aus - Zufriedenheit und Menschlichkeit finden und wahren.

   

   

 

0174 – 3477085

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Adresse

An der Froschweide 2A
An der Froschweide 2A
Gera - Kleinaga
Gera - Kleinaga
07554
07554